
Die besten Bäume für Papageien und Aras in der kolumbianischen Karibik (Norden von Bolívar)
Im Tropischen Trockenwald (BST) der kolumbianischen Karibikküste, insbesondere im Norden von Bolívar, sind Papageien und Aras auf Bäume angewiesen, die ihnen zwei Dinge bieten: Unterkunft (Plätze zum Rasten, Schlafen und Nisten) und Nahrung (Früchte, Samen, Blüten, Hülsen und Triebe). Wenn jemand fragt: „Welche Bäume eignen sich am besten für Papageien und Aras?", ist die treffendste Antwort eine nach Funktion geordnete Liste — mit Arten, die sich zudem gut in ländliche und landwirtschaftliche Landschaften einfügen.
Im Folgenden präsentieren wir einen praktischen Leitfaden mit deutschen und wissenschaftlichen Namen, basierend auf Beobachtungen in der Region und den Ressourcen, die diese Vögel regelmäßig nutzen.
1) „Unterkunftsbäume" (Rastplätze, Schlafbäume und potenzielle Nisthöhlen)
„Unterkunftsbäume" sind langfristig die wichtigsten, weil Papageienvögel große, ausgewachsene Bäume brauchen, die mit der Zeit Höhlungen oder andere geeignete Strukturen für Schutz und Fortpflanzung ausbilden.
- Orejero (Enterolobium cyclocarpum)
- Ceiba de leche (Hura crepitans)
- Palma de vino (Attalea butyracea)
- Caracolí (Anacardium excelsum)
- Caoba (Swietenia spp.)
- Robles und Guayacánes (Gattung Handroanthus spp. und/oder Tabebuia spp.)
- Macondo (Cavanillesia platanifolia)
- Guacamayo (Albizia niopoides)
- Ceiba bonga (Ceiba pentandra)
- Camajorú / camajón (Sterculia apetala)
Wichtigste Empfehlung: Große Exemplare von Ceiba bonga (Ceiba pentandra), Ceiba de leche (Hura crepitans), Camajorú (Sterculia apetala) und Orejero (Enterolobium cyclocarpum) zu schützen, ist oft eine der wirkungsvollsten Entscheidungen für den Erhalt von Papageienvogelpopulationen.
2) „Nahrungsbäume" (Früchte, Samen, Blüten und Hülsen)
Diese Ressourcen ziehen Besuche an, besonders zur Frucht- und Blütezeit. Im Tropischen Trockenwald ist das Nahrungsangebot saisonal — deshalb empfiehlt sich eine Mischung aus Arten, damit in jedem Monat des Jahres etwas verfügbar ist.
A) Häufig genutzte Früchte und Blüten
- Früchte
- Jobo (Spondias mombin)
- Uvita (Cordia alba) — die Frucht wird verzehrt, wenn sie verfügbar ist.
- Mamón / mamoncillo (Melicoccus bijugatus)
- Papaya (Carica papaya)
- Mango (Mangifera indica)
- Ciruela costeña / ciruela (Spondias purpurea)
- Guayaba (Psidium guajava)
- Níspero und Zapote (Manilkara zapota) (sofern „níspero" in Ihrer Region den Zapote bezeichnet)
- Tamarindo (Tamarindus indica)
- Higuerón / caucho (Ficus spp.) (wegen seiner Feigen/Früchte, sehr attraktiv für viele Vogelarten)
- Guásimo (Guazuma ulmifolia)
- Almendro de playa / almendro (Terminalia catappa): verzehrt werden die Samen
- Orejero (Enterolobium cyclocarpum): verzehrt werden die Früchte (und damit verbunden die Samen)
- Guamo (Inga spp.) — produziert Hülsen mit süßem Fruchtfleisch, die von vielen Vogelarten stark genutzt werden, darunter Papageien und Aras.
- Totumo (Crescentia cujete): wird gelegentlich genutzt
- Blüten
- Matarratón (Gliricidia sepium): verzehrt werden Blüten und Hülsen (mit ihren Samen)
- Cassia de Siam (Senna siamea): verzehrt werden die Blüten (sehr frequentiert zur Blütezeit)
- Roble (Tabebuia sp.)
- Rosa Amarilla (Cochlospermum vitifolium)
3) Ein „Ausnahmebaum" wegen seiner Schnelligkeit: die Papaya
Viele Bäume des Tropischen Trockenwalds brauchen Jahre, bis sie reiche Ernten oder Höhlungen bieten. Die Papaya (Carica papaya) hat einen entscheidenden Vorteil: Sie wächst sehr schnell. Unter günstigen Bedingungen kann sie bereits nach etwa einem Jahr Früchte tragen — das bedeutet viel Nahrung in kurzer Zeit.
Damit kann die Papaya in ländlichen Landschaften des nördlichen Bolívar — auf Fincas, in Hofgärten, als Lebendhecke oder am Waldrand — eine Schlüsselressource sein, um Papageien und Aras anzulocken und zu halten, während sich die langlebigen einheimischen Bäume erst noch etablieren und ausreifen.
4) „Mehrzweckbäume" (die besten für eine kurze Empfehlung)
Wer eine Kurzliste der „besten" Bäume sucht, weil sie Unterkunft und Nahrung bieten und im trockenen Karibikklima gut gedeihen:
- Ceiba bonga (Ceiba pentandra)
- Ceiba de leche / jabillo (Hura crepitans)
- Camajorú / camajón (Sterculia apetala)
- Orejero (Enterolobium cyclocarpum)
- Palma de vino (Attalea butyracea)
- Caracolí (Anacardium excelsum)
- Guásimo (Guazuma ulmifolia)
- Jobo (Spondias mombin)
- Ciruela costeña (Spondias purpurea)
- Matarratón (Gliricidia sepium) (wegen Blüten/Hülsen und landwirtschaftlichem Nutzen)
- Almendro de playa (Terminalia catappa) (wegen Samen und Verfügbarkeit — Hinweis: nicht heimisch im Tropischen Trockenwald, wächst aber sehr schnell.)
- Papaya (Carica papaya) (wegen starker Nutzung und schneller Produktion)
5) Hinweise für Viehhalter (Bäume, die Vögeln und der Finca nützen)
In Viehwirtschaftssystemen des nördlichen Bolívar gibt es Arten, die doppelt gewinnen lassen: Sie sichern Nahrung für Vögel und verbessern gleichzeitig die Weidefläche.
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Matarratón (Gliricidia sepium)
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Vögel: verzehren Blüten und Hülsen (mit ihren Samen).
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Viehwirtschaft: hervorragend als Lebendhecke, liefert Schatten, eignet sich als Futterpflanze und unterstützt Silvo-Pastorale Systeme.
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Guásimo (Guazuma ulmifolia)
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Vögel: verzehren die Früchte.
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Viehwirtschaft: spendet Schatten und ist wegen seiner Robustheit im Trockenklima besonders wertvoll.
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6) Die Grundregel im Tropischen Trockenwald
Damit Papageien und Aras zurückkehren und bleiben, funktioniert eine Kombination:
