Von Alejandro Rigatuso, Fundador y Director de Fundación Loros
An einer Biegung des Feldweges blieb Michel einen Moment stehen und deutete hinüber: ein mittelgroßer Guásimo, dessen weit ausladende Äste Schatten auf eine kleine Bank warfen, die jemand einst darunter aufgestellt hatte. Der Baum — Guazuma ulmifolia, in diesen Breiten bekannt für seine kleinen Früchte und sein hartes Holz — ragte allein gegen einen wolkenlosen blauen Himmel auf, während die niedrige Vegetation des Tropen dahinter einen grünen Vorhang bildete.
Alejandro notierte den Standort und die Art, doch was Michel festhalten wollte, war mehr als ein Baum: Es war dieser Ort. Er erzählte, dass sich hier viele Vögel niederlassen, dass der Ausblick von diesem Punkt aus wunderschön sei, und schlug vor, die Stelle zu einem offiziellen Rast- und Zufluchtsort innerhalb der Reserva zu erklären. An jenem Tag gab es keine Vögel zu melden — nur den stillen Guásimo, den kühlen Schatten und den Weg, der weiter in die Ferne zog —, doch der Punkt wurde in den Koordinaten 10.4400°N, 75.2572°W vermerkt und wartet nun auf seine Stunde.
Über den Autor
Alejandro Rigatuso · Fundador y Director de Fundación Loros
Alejandro Rigatuso kam zur Fundación Loros nach Jahren als Vizepräsident für Growth Marketing bei Toptal und brachte einen unkonventionellen Blick mit: Er erkennt am Zustand eines Tieres an den Augen, „hell und weit geöffnet". Lorenzo, der erste freigelassene Papagei, mehrmals wieder eingefangen und immer wieder in die Freiheit entlassen, hat ihn für immer geprägt. Bei Sonnenuntergang, gegen halb sechs, findet man ihn am Mirador de las Ciénagas oder am Cerro El Peligro, wo er sich Beobachtungstürme vorstellt und Hunderte einheimischer Papageien, die über ein Schutzgebiet fliegen, das eine ganze Gemeinschaft als ihr Eigenes empfindet.