Die Aras empfangen den Abend am Punto de Liberación
Von Alejandro Rigatuso, Fundador y Director de Fundación Loros
Ada Yanci kam nicht mit der Absicht, etwas Außergewöhnliches festzuhalten. Sie kam, um Aras zu sehen – und genau das fand sie auch. Ihr Video, aufgenommen am Punto de Liberación, wo die Volieren von Ara in den Himmel ragen, fängt einen jener Momente ein, die das Schutzgebiet fast ohne Vorwarnung verschenkt: der Nachmittag, der sich über die Baumkronen senkt, und die Aras, die genau in dem Augenblick die Flügel heben, in dem sich die Besucher mit dem Futter nähern.
Es gab kein ungewöhnliches Verhalten, keine Beobachtungen, die das Bekannte in Frage gestellt hätten. Es war eine alltägliche Szene, eine von jenen, die sich in der Abenddämmerung immer wieder in diesem Winkel der 520 Hektar großen Schutzanlage abspielen. Doch das Alltägliche trägt hier ein anderes Gewicht: Vögel, die lernen, zwischen Menschen zu fliegen – und Menschen, die lernen, stillzuhalten, während Schwingen dicht an ihnen vorbeistreichen.
Manchmal braucht das Feldbuch keine außergewöhnlichen Daten. Es braucht das Zeugnis von jemandem, der wusste, wie man schaut.
Über den Autor
Alejandro Rigatuso · Fundador y Director de Fundación Loros
Alejandro Rigatuso kam zur Fundación Loros nach Jahren als Vizepräsident für Growth Marketing bei Toptal und brachte einen unkonventionellen Blick mit: Er erkennt am Zustand eines Tieres an den Augen, „hell und weit geöffnet". Lorenzo, der erste freigelassene Papagei, mehrmals wieder eingefangen und immer wieder in die Freiheit entlassen, hat ihn für immer geprägt. Bei Sonnenuntergang, gegen halb sechs, findet man ihn am Mirador de las Ciénagas oder am Cerro El Peligro, wo er sich Beobachtungstürme vorstellt und Hunderte einheimischer Papageien, die über ein Schutzgebiet fliegen, das eine ganze Gemeinschaft als ihr Eigenes empfindet.