Von Alejandro Rigatuso, Fundador y Director de Fundación Loros
Gestern Morgen durchstreifte der Fotograf Maicol das Ufer des Eingangsees der Finca El Paraíso — jenes Orts, an dem die Fundación Loros einst ihren Anfang nahm — und fand die Robles (*Tabebuia* sp.) in voller Blüte: bedeckt von rosafarbenen Blüten, die sich leuchtend gegen den blauen Märzhimmel abhoben. Zwischen diesen Ästen hielten sich drei Besucher auf: ein Amazonen-Papagei im grünen Gefieder mit blauen Schimmern, ohne sichtbare Markierung; ein weiterer Amazonen-Papagei, als B16 gekennzeichnet, ruhig zwischen den Blütenblättern ruhend; und ein Blaukopfpapagei (*Pionus menstruus*), dessen türkise Krone zwischen den Blüten aufleuchtete. Etwas weiter entfernt lugte ein Blau-Gelber Ara (*Ara ararauna*) mit seinem schwarzen Schnabel aus der Öffnung einer Nistkiste hervor, die an einem nahe gelegenen Baum angebracht war.
Was Maicol mit seiner Kamera festgehalten hat, trägt eine Schicht in sich, die Fotos auf den ersten Blick nicht preisgeben: Diese vier Individuen kamen als Opfer des Wildtierhandels zur Fundación Loros. Heute leben sie in Halbfreiheit innerhalb des Schutzgebiets — und der Ort, den sie sich zum Verweilen ausgesucht haben, trägt buchstäblich den Namen El Paraíso. Manchmal gönnt sich die Wirklichkeit den Luxus, vollkommen zu sein.
Über den Autor
Alejandro Rigatuso · Fundador y Director de Fundación Loros
Alejandro Rigatuso kam zur Fundación Loros nach Jahren als Vizepräsident für Growth Marketing bei Toptal und brachte einen unkonventionellen Blick mit: Er erkennt am Zustand eines Tieres an den Augen, „hell und weit geöffnet". Lorenzo, der erste freigelassene Papagei, mehrmals wieder eingefangen und immer wieder in die Freiheit entlassen, hat ihn für immer geprägt. Bei Sonnenuntergang, gegen halb sechs, findet man ihn am Mirador de las Ciénagas oder am Cerro El Peligro, wo er sich Beobachtungstürme vorstellt und Hunderte einheimischer Papageien, die über ein Schutzgebiet fliegen, das eine ganze Gemeinschaft als ihr Eigenes empfindet.