Von Alejandro Rigatuso, Fundador y Director de Fundación Loros
Am 25. Februar fand ein Lehrer etwas Unerwartetes auf dem Schulhof: einen Jungvogel — einen Mochuelo — bedeckt mit grauem Flaum, mehr nackte Haut als Federn, der die Welt mit jenem übertriebenen Ernst betrachtete, der Eulen schon von Geburt an eigen ist. Ohne zu zögern hob er ihn auf und brachte ihn zur Fundación Loros, wo Carlos Andrés ihn mit der Ruhe eines Mannes empfing, der den Wald aus dem Effeff kennt. Er brauchte nicht lange, um die Lage einzuschätzen: Er ging hinaus, fing zwei Eidechsen — lobitos, wie man sie hier an der Küste nennt — und der kleine Uhu verschlang sie ohne Zögern. "So ist er gut", sagte Carlos. Ein gutes Zeichen.
Von der Fundación aus koordinierte Alejandro mit Marcela Villadiego vom EPA Cartagena die Überführung ins Centro de Atención y Valoración, wo der Mochuelo eine spezialisierte Betreuung erhalten sollte. Am 27. Februar schloss Angélica den Kreis und brachte ihn dorthin. Auf dem Foto des Transports hält Carlos Andrés ihn mit Handschuhen, flankiert von zwei Personen — eine davon im dunkelblau-marinen Tierarztkittel — vor einem Maschendrahtzaun. Der kleine Uhu könnte der Art Megascops choliba angehören, dem tropischen Mochuelo, obwohl die Bestimmung noch nicht abschließend ist.
Die Geschichte begann ohne Erklärung, wie so vieles draußen im Feld. Aber es gab einen Lehrer, der wusste, wie man sie aufhebt.
Über den Autor
Alejandro Rigatuso · Fundador y Director de Fundación Loros
Alejandro Rigatuso kam zur Fundación Loros nach Jahren als Vizepräsident für Growth Marketing bei Toptal und brachte einen unkonventionellen Blick mit: Er erkennt am Zustand eines Tieres an den Augen, „hell und weit geöffnet". Lorenzo, der erste freigelassene Papagei, mehrmals wieder eingefangen und immer wieder in die Freiheit entlassen, hat ihn für immer geprägt. Bei Sonnenuntergang, gegen halb sechs, findet man ihn am Mirador de las Ciénagas oder am Cerro El Peligro, wo er sich Beobachtungstürme vorstellt und Hunderte einheimischer Papageien, die über ein Schutzgebiet fliegen, das eine ganze Gemeinschaft als ihr Eigenes empfindet.