Von Alejandro Rigatuso, Fundador y Director de Fundación Loros
Am 20. März zog durch einen Winkel des Feuchtwaldes der Fundación Loros eine ungewöhnliche Prozession: Polizisten, Marinesoldaten der Armada Nacional, Beamte des EPA Cartagena und das Team der Fundación, die Transportkäfige durch das Laub trugen. Darin reisten junge Zarigüeyas — jene Geschöpfe mit spitzem Schnauze und Augen wie schwarze Knöpfe —, dazu Schildkröten mit dunkelgrauem Panzer und ein Búho mit braunem Gefieder, der die Welt mit jener feierlichen Ruhe betrachtete, die Nachtvögeln am hellichten Tag eigen ist.
Als die Käfige geöffnet wurden, gab es keine Zeremonie. Die Zarigüeyas huschten zwischen den Blättern davon, als hätten sie immer gewusst, dass dies ihr Ort war. Die Schildkröten bewegten sich langsam, in ihrem eigenen Tempo, in Richtung des niedrigen Bewuchses. Der Búho fand die unteren Äste eines Baumes und blieb dort still, getarnt zwischen den trockenen Zweigen, und wartete darauf, dass die Welt ihn vergaß. Jemand folgte ihnen mit einem Handy in blauer Hülle und versuchte, den Augenblick festzuhalten, bevor der Wald sie verschluckte.
Das offizielle Protokoll mit allen Einzelheiten zu den Arten und den genauen Zahlen ist noch unterwegs — es wird vom Centro de Atención de Primates geschickt —, doch die Fotos sagen bereits genug: ein Wald, der an jenem Nachmittag einige seiner unauffälligsten Bewohner zurückempfing.
Über den Autor
Alejandro Rigatuso · Fundador y Director de Fundación Loros
Alejandro Rigatuso kam zur Fundación Loros nach Jahren als Vizepräsident für Growth Marketing bei Toptal und brachte einen unkonventionellen Blick mit: Er erkennt am Zustand eines Tieres an den Augen, „hell und weit geöffnet". Lorenzo, der erste freigelassene Papagei, mehrmals wieder eingefangen und immer wieder in die Freiheit entlassen, hat ihn für immer geprägt. Bei Sonnenuntergang, gegen halb sechs, findet man ihn am Mirador de las Ciénagas oder am Cerro El Peligro, wo er sich Beobachtungstürme vorstellt und Hunderte einheimischer Papageien, die über ein Schutzgebiet fliegen, das eine ganze Gemeinschaft als ihr Eigenes empfindet.