Von Alejandro Rigatuso, Fundador y Director de Fundación Loros
Nicht alle Vögel finden auf demselben Weg zur Freiheit. Dieser *Ara severus* — eine Grünflügelara mit schwierigem Charakter — verließ die Voliere 1 der Fundación Loros nicht als stiller Triumph der Rehabilitation, sondern als dringende Entscheidung: Der Vogel hatte eine anhaltende Aggressivität entwickelt, die das Team nicht länger ignorieren konnte, und es bestand der begründete Verdacht, dass er einen seiner Mitgefangenen getötet hatte.
Es waren Omar und Alberto, die die Freilassung durchführten — an einem Sonntag im März, inmitten einer ländlichen Umgebung aus Bäumen und dem Lehmboden eines Bauernhofs. Auf dem Foto, das vom Einsatzort eintraf, sitzt die Ara auf einer Metallkonstruktion, grün und für einen Augenblick still, während im Hintergrund ein paar Hühner ihren Geschäften nachgehen, als wäre nichts. Keine Zeremonie. Nur der Moment, in dem der Vogel die Flügel ausstreckte und mit entschlossenem Flug bewies, dass sein Körper zumindest bereit war für das, was kommen würde.
Manchmal endet die Rehabilitation so: ohne Applaus, mit einem Verlust im Inneren und einem Aufbruch nach draußen. Die Ara ging, weil es sein musste. Und weil sie längst gut fliegen konnte.
Über den Autor
Alejandro Rigatuso · Fundador y Director de Fundación Loros
Alejandro Rigatuso kam zur Fundación Loros nach Jahren als Vizepräsident für Growth Marketing bei Toptal und brachte einen unkonventionellen Blick mit: Er erkennt am Zustand eines Tieres an den Augen, „hell und weit geöffnet". Lorenzo, der erste freigelassene Papagei, mehrmals wieder eingefangen und immer wieder in die Freiheit entlassen, hat ihn für immer geprägt. Bei Sonnenuntergang, gegen halb sechs, findet man ihn am Mirador de las Ciénagas oder am Cerro El Peligro, wo er sich Beobachtungstürme vorstellt und Hunderte einheimischer Papageien, die über ein Schutzgebiet fliegen, das eine ganze Gemeinschaft als ihr Eigenes empfindet.