Die Stiftung betreibt eine Rinderwirtschaft, die eine bedeutende finanzielle Stütze für ihren laufenden Betrieb darstellt. Eine Herde von 22 Milchkühen wird täglich von Hand gemolken – jeden Morgen ab fünf Uhr, noch bevor das Licht des Tages die Weiden berührt. Jedes Tier gibt dabei im Schnitt vier Liter Milch. Nach dem Melken werden die Kühe auf die Weide getrieben, wo sie in aller Ruhe grasen können. Die Milch findet ihren Weg auf zwei Wegen zum Käufer: über einen festen Abnehmer einerseits, und andererseits durch den direkten Verkauf an Einzelpersonen aus dem nahe gelegenen Ort, die gelegentlich vorbeikommen, um frische Milch zu erwerben – wenngleich dieser kleine Handel nicht jeden Tag stattfindet.
Über den Autor
Nilson
Nilson beginnt jeden Morgen im Stall, beim Melken, während das erste Licht den Cerro El Peligro streift – seine liebste Ecke auf der Finca. Er liest die Tiere mit einer Präzision, die nichts durchgehen lässt: ein stumpfes Fell, gerötete Augen oder ein Hinken beim Aufstehen – all das entgeht ihm nicht. Er erinnert sich genau an eine Kuh, die vor Schwäche auf die Beine fiel, und an eine andere mit einer Wunde, die einfach nicht heilen wollte. Das Schwerste, sagt er, ist, wenn ein Tier krank wird und die Diagnose auf sich warten lässt. Sein Bild von der Zukunft ist schlicht und klar: ein Schwarm Papageien, der frei über das Land zieht, und die Nachbarn, die den Blick nach oben richten.